Spiegel der Media-Agenturbranche


Top oder Flop: Ein Vergleich der text-intern-Poster der vergangenen Jahre zeigt die wichtigen Entwicklungen der Branche auf





spiegel der media-agenturbranche_textintern_25_05_2011





Alle entscheidenden Media-Agenturen des Landes haben wieder mit text intern kooperiert und die wichtigsten Kennzahlen, Kontaktdaten und Unternehmensverflechtungen zur Veröffentlichung freigeben. Wie jedes Jahr ist ein stets greifbares Hilfswerkzeug für alle entstanden - für die werbungtreibenden Unternehmen ebenso wie für Vermarkter, Agenturen, Medien und die Media-Agenturen selbst. Gerade die Aktualität der Daten wird besonders geschätzt, und so wird das neue Poster an vielen Wänden und in vielen Schubladen den Vorgänger aus dem Jahr 2010 ersetzen. Aber es lohnt auch ein Blick auf das, was sich auf den Postern geändert hat. Denn wertet man die Poster quasi als historischen Querschnitt aus, ergibt sich der beste Blick darauf, wie sich die Branche entwickelt hat. Im Vergleich zum Vorjahr fehlt zum Beispiel MM Media Marketing aus Hannover. Die Concept-­Media-Tochter "existiert nicht mehr", ist auf der Homepage zu erfahren.

Ebenfalls nicht mehr zu finden ist Media at it's best. Das hat aber einen ganz anderen Grund. Die Münsteraner sind wie gewohnt für ihre Kunden da. Im August vorigen Jahres haben sie sich aber mit ihrem langjährigen Partner Mediaplan aus Hamburg zusammengeschlossen und firmieren nun als Dependance der Agentur. Noch anders verhält es sich mit Dr. Pichutta. Die Wiesbadener Agentur gehört zwar seit 2004 zum Aegis-Netz, war aber stets als eigene Mediaagentur auf dem text intern-Poster gemeldet. Ende März 2010 ist dann das Media-Urgestein Axel Pichutta in den Ruhestand getreten und mit ihm auch die Meldung als eigenständige Agentur. Pichutta selbst war seit 2007 neben seiner Aufgabe bei Dr. Pichutta auch Mitglied der Geschäftsführung von Vizeum - ab sofort ist Dr. Pichutta unter Vizeum subsumiert. Auch das ist neu, denn bisher waren die Aegis-Agenturen Carat und Vizeum zusammengefasst. Auch ein Blick auf das "Kleingedruckte" lohnt. So herrscht bei Initiative Media zwar personelle Konstanz. Hinzugekommen ist aber eine Homepage: www.initiative-newsroom.de - eine lnternetseite, die den im vorigen Jahr angekündigten Anspruch dokumentieren soll, eine Mediaagentur zu sein, die Kunden in die schöne neue Medienwelt auch der sozialen Netzwerke begleitet. Das spiegelt sich auch im Mediamix wider: Der Anteil von Online am Mediamix von Initiative ist von 4,0 auf 7,5 Prozent gewachsen, 3,5 Punkte aber fast 90 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Ohnehin kann die Entwicklung des Mediamixes bei allen Agenturen einen deutlichen Fingerzeig geben, wohin sich der Markt entwickeln wird. Denn bei den Angaben spielen Netto- und Bruttoproblematiken bei der Erfassung keine Rolle. Die Daten zeigen ohne marktforscherische Vorbehalte auf, wie viel Prozent die Agenturen tatsächlich in welche Mediengattung investieren. Einzig die Einschränkung, dass es sich um nicht testierte Angaben handelt, ist zu machen. Und natürlich hat der Mediamix der Branchenriesen wie Mediacom oder OMD einen erheblich größeren Einfluss darauf, wie es den einzelnen Gattungen geht, als der Mix der kleineren, unabhängigen Agenturen. Den Aufstieg des Mediums Online lässt sich zum Beispiel bei der Mediacom nachvollziehen: Der Anteil am Mediamix bei den Düsseldorfern stieg innerhalb eines Jahres von 9,0 auf 13,4 Prozent. Leidtragende sind das Fernsehen, das drei Punkte verliert (aber immer noch 53 Prozent des Gesamtmixes ausmacht) und die Printmedien, deren Anteil von 25,0 auf 17,5 Prozent fällt. Dafür fällt für die Printmedien der langfristige Blick auf den Mediamix nicht so schlecht aus. 2005 hatten die Printmedien bei Mediacom einen Anteil von 21,5 Prozent, TV lag bei 65,4 und Online bei 2,4. Noch deutlicher wird die Verschiebung beim Blick auf den Mediamix von Pilot. Der Online-Anteil wuchs dort seit 2005 von 18,0 Prozent auf 39,0 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil von TV von 45 auf 33 Prozent, die Printmedien kommen aktuell nur noch auf 13 Prozent. 2005 waren es noch 29 Prozent. Pilot selbst hat ebenfalls ein enormes Wachstum hingelegt: von 67 Mitarbeitern im Jahr 2005 auf heute 222.

Noch schneller gewachsen sind Crossmedia, die ihre Mitarbeiterzahl seit 2005 auf 120 fast vervierfacht hat. Ebenso Moccamedia, die Agentur aus Trier hat mit heute 52 Mitarbeitern fast fünfmal so viele wie 2005. Auch JOM (auf 55) und MPG (124) haben ihren Stab mehr als verdoppelt. PHD, mit aktuell mehr als 100 Mitarbeitern, gab es 2005 in Deutschland noch gar nicht. Zu den großen der Branche haben sich Mediaplus (184 Mitarbeiter) und Mindshare (224) entwickelt. An die Größe von OMD (500) und Mediacom (720) reichen die beiden aber noch nicht heran. Carat, MEC und einige andere geben keine Mitarbeiterzahl an.